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Lokal! Und bio!

Geschrieben von: Sabine Fauth Dienstag, den 27. August 2013 um 10:49 Uhr

Zum Thema Regionalität von (Bio-)Lebensmitteln sind in den vergangenen Tagen gleich zwei Studien veröffentlicht worden – mit Ergebnissen, die belegen, dass „lokal" nicht nur das neue „bio" ist, sondern generell ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf. Damit scheint sich der Nachhaltigkeitsgedanke in den Köpfen von immer mehr Verbrauchern zu verankern. Besonders erfreulich: Immer mehr junge Menschen kaufen Bio-Lebensmittel. Und: Erstmals ist für einen Großteil der Verbraucher die regionale Herkunft ausschlaggebender Grund für den Kauf von Bioprodukten – und zwar vor den Kriterien „artgerechte Tierhaltung" und „möglichst wenig Schadstoffe".

Hier ein paar Details aus den Studien bzw. Verbraucherbefragungen: Das Meinungsforschungsinstitut YouGov fand heraus: Fast 90 Prozent der Verbraucher prüfen beim Kauf, woher das ausgewählte Lebensmittel stammt – was leider nicht heißt, dass genauso viele es dann auch kaufen. Aber das ist bei immerhin zwei Dritteln der Käufer der Fall, sie geben Produkten aus ihrer Region den Vorzug. Zudem sind ebenfalls 90 Prozent der Deutschen bereit, im Winter frische Erdbeeren links liegen zu lassen, sprich: saisonal bedingt in manchen Monaten auf bestimmte Produkte zu verzichten. Ob die Supermärkte entsprechend darauf eingehen können? Müssen wirklich für die nur sieben Prozent der Bevölkerung, die immer alles verfügbar haben möchten und zu keinerlei saisonbedingtem Verzicht bereit ist, im Winter Erdbeeren im Regal stehen?

Das „Ökobarometer 2013 " des Bundesverbraucherministeriums zeigt, dass bio bei jungen Menschen immer hipper wird. 23 Prozent der unter 30-Jährigen bevorzugen und kaufen häufig Produkte aus ökologischem Anbau; im vergangenen Jahr waren es nur 14 Prozent. Das Ökobarometer gibt auch Auskunft darüber, was wir am ehesten und liebsten in Bio-Qualität kaufen: Platz eins belegen Obst und Gemüse, gefolgt von Eiern. Danach kommen Kartoffeln, Milchprodukte und Brotwaren in den Einkaufskorb. Zunehmend beliebter wird der Einkauf direkt beim Erzeuger – für das Ministerium ein Zeichen dafür, dass die Menschen die Vorteile kurzer Wertschöpfungsketten erkennen und den hohen Frischegrad der Produkte schätzen.

Finden Sie sich in den Zahlen wieder? Schreiben Sie uns!

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Looping mit Nachhaltigkeitszertifikat

Geschrieben von: Sabine Fauth Montag, den 03. Juni 2013 um 00:00 Uhr

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Das hätte sich Hans Carl von Carlowitz sicher nicht träumen lassen: Als er 1713 das Prinzip der Nachhaltigkeit quasi „erfand", bezogen sich seine Überlegungen auf so bodenständige Dinge wie die sinnvolle Holzwirtschaft. Heute, genau 300 Jahre später, reicht die Forderung nach Nachhaltigkeit auch in luftige Höhen und so gibt es seit kurzem die ersten nachhaltig betrieben Achterbahnen und Fahrgeschäfte – mit Zertifikat! Denn der TÜV Süd hat einen Standard entwickelt, der die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit von Freizeitparks bewertet und bescheinigt. Als ersten Vergnügungspark weltweit hat das Unternehmen jetzt den Europa-Park in Rust zertifiziert. Kriterien zur Erlangung des neuen „Green Amusement Park"-Zertifikats sind unter anderem eine ressourcenschonende Gebäude- und Anlagentechnik, Bauweise, Flächennutzung, Verkehrskonzept sowie der Umgang mit Abwasser und Altlasten.

Finden wir sehr löblich, dass sich jetzt auch die Freizeitbranche Gedanken zur Nachhaltigkeit macht. Und das nicht nur in Deutschland: Aus Shanghai lesen wir, dass sich die Manager des neuen Disney Themenparks sich ebenfalls mit Energieeffizienz auseinandersetzen (Artikel bei shanghaidaily.com). Sie setzen auf Gas als primäre Energiequelle, auf ein kombiniertes Kühl- und Heizkraftwerk und generell grüne Technologien zur Energiegewinnung. Das Shanghai Disney Resort soll Ende 2015 eröffnen – und wer weiß, vielleicht reist ja auch der TÜV zur Nachhaltigkeitsprüfung an.

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Frisches Gemüse? Rauf aufs Dach!

Geschrieben von: Sabine Fauth Freitag, den 17. Mai 2013 um 09:11 Uhr

Local ist the new bio – Regionalität ist das neue Kaufkriterium nach „biologisch"? Stimmt. Und dass auch beides geht, zeigt ein Projekt der amerikanischen Bio-Supermarktkette Whole Foods. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn errichtet eine Filiale ein eigenes Gewächshaus. An sich noch keine Neuigkeit, aber das knapp 2.000 Quadratmeter große Gewächshaus entsteht auf dem Dach des Marktes und ist in dieser Größe das erste und einzige in den USA. Lokaler geht's also kaum: Die vom Unternehmen Gotham Greens angebauten Gemüse und Kräuter werden in zahlreichen Whole Foods-Filialen in New York verkauft. Das vermeidet lange Transportwege mit all ihren anfallenden Emissionen und versorgt Tausende von Kunden mit frischer, biologisch angebauter Ware.

In der „Dachfarm" wird ausschließlich ohne Pestizide gearbeitet. Ein besonderes Bewässerungssystem verbraucht 20 Mal weniger Wasser als herkömmlicher Anbau und eine spezielle Verglasung sowie eigens entwickelte elektrische Einrichtungen halten den Energieverbrauch gering.

Alnatura, Basic, Denn's – wäre das nicht auch etwas für euch? Wir jedenfalls würden dieses Gemüse sicher kaufen – und sehr zu schätzen wissen.

Und Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

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Von Unternehmen (noch) verkannt: Mitarbeiter wollen auch am Arbeitsplatz Nachhaltigkeit leben

Geschrieben von: Sabine Fauth Dienstag, den 30. April 2013 um 11:41 Uhr

Wer privat einen umweltbewussten, auf Nachhaltigkeit bedachten Lebensstil führt, möchte dies auch in seinen Arbeitsalltag einbringen: So lautet die These einer Forschergruppe am Fachgebiet „Arbeitslehre/ Ökonomie und Nachhaltiger Konsum" der technischen Universität Berlin. Dass diese These Hand und Fuß hat, belegt eine Befragung, die die Forscher Ende des vergangenen Jahres in Auftrag gaben. Die Befragung ist Teil des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten, dreijährigen Praxisprojektes „Nachhaltig leben und arbeiten".

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Unternehmen die Nachhaltigkeitsorientierung ihrer Mitarbeiter noch zu wenig in ihre Strukturen einbeziehen; hier schlummern Chancen, die bisher vertan wurden. So wird beispielsweise deutlich, dass Mitarbeiter zufriedener sind, sich eher zum Unternehmen bekennen und sich stärker daran gebunden fühlen, wenn sie ihre Werte und Vorstellungen im Hinblick auf ihren Lifestyle of Health and Sustainability auch am Arbeitsplatz wirksam einbringen können. Die daraus resultierende Forderung der Forscher: Mitarbeiter sollten stärker in das Nachhaltigkeitsmanagement eines Unternehmens einbezogen werden. Das ginge ganz klassisch über das Vorschlagswesen oder Ideenwettbewerbe, aber auch mit bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen.

Die Befragung zeigt zudem erhebliche Defizite bei der Organisationsentwicklung von Unternehmen: Viel zu wenige Vorgesetzte würden ihre Mitarbeiter darin bestärken und unterstützen, ihre Werte auch am Arbeitsplatz konstruktiv zu leben. Hier sehen die Wissenschaftler einen großen Nachholbedarf, wenn es darum geht, das Thema Nachhaltigkeit als Aufgabe der Organisationsentwicklung zu verstehen. Die Studie erlaubt auch Rückschlüsse darauf, welche Relevanz nachhaltiges, unternehmerisches Handeln für die Personalbeschaffung hat: Engagement für Umwelt und Gesellschaft zahlt sich am Personalmarkt aus, ein Umstand, der besonders mit Blick auf den „War for Talents" nicht zu vernachlässigen ist.

Unternehmen tun also in vielerlei Hinsicht gut daran, Nachhaltigkeit nicht nur in Bezug auf ihre Produkte, sondern auch im Umgang mit ihren Mitarbeitern zu thematisieren und diesen entsprechende Möglichkeiten des persönlichen Engagements zu bieten.

Was die Studie im Detail ergeben hat, wird im Übrigen auf der KarmaKonsum Konferenz am 23. und 24. Mai in Frankfurt/M. vorgestellt.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Wie finden Ihre Nachhaltigkeitsinteressen am Arbeitsplatz Berücksichtigung? Wir freuen uns über Kommentare und Erläuterungen.

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