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Lebensmittel wegschmeißen? Bitte nicht!

Geschrieben von: Timo Kurth Freitag, den 20. Februar 2015 um 11:54 Uhr

Weltweit werden einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge jährlich bis zu zwei Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist fast die Hälfte aller Lebensmittel — und damit genug, um drei Milliarden Menschen zu ernähren. Lebensmittel wegschmeißen, das muss und darf nicht sein! Leichter gesagt als getan, denn diesem Credo zu folgen ist gar nicht so leicht: Kurz vor einem Urlaub kommt man beispielsweise mit dem Verbrauch der restlichen Vorräte im Kühlschrank so manches Ma(h)l nicht hinterher. Man fragt sich schließlich verzweifelt: „Wohin mit all dem Zeug?"

Doch statt diese „überflüssigen" Restbestände direkt unüberlegt in die Tonne zu werfen, kann man damit andere Menschen glücklich machen. Seit geraumer Zeit gibt es sogenanntes Foodsharing. Foodsharing heißt im Klartext: Lebensmittel tauschen — so kann man mit gutem Gewissen verreisen.
Nehmen wir besagtes Szenario: Sie fahren übers Wochenende weg und suchen einen Abnehmer für die restlichen Lebensmittel. Jetzt können Sie über die Foodsharing-Seite im Internet einen Abnehmer finden, der die Sachen abholt. Noch leichter ist es in Darmstadt, wo es sogenannte „Fairteiler" gibt. Dabei handelt es sich um einen Kühlschrank und ein Regal, in die man Lebensmittel stellt, die noch essbar sind, die man aber selbst nicht mehr essen kann beziehungsweise will. Jeder kann sich dann mitnehmen, worauf er grade Hunger hat.
Auf dieser Karte lässt sich einsehen, wo die „Fairteiler" bzw. die öffentlichen Kühlschränke in Deutschland stehen. In Darmstadt kümmern sich zudem Studenten darum, dass die Lebensmittel einen Abnehmer finden und die Kühlschränke niemals leer sind. Schon über 100 Menschen sind so zu Lebensmittel-Rettern geworden. Weitere Infos gibt es hier.

Also: Lebensmittel im Überfluss sind ein Luxus, für den man uns in weiten Teilen dieser Welt beneidet. Man sollte wissen, wie man mit diesem Luxus umzugehen hat! Die Tonne ist in der Regel die schlechteste Alternative. Wie das Beispiel Foodsharing zeigt, lässt sie sich aber leicht umgehen.

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Das Fest der Liebe – SO leider noch kein Fest für die Zukunft

Geschrieben von: Timo Kurth Donnerstag, den 18. Dezember 2014 um 16:44 Uhr

Nahezu 29 Millionen Tannen werden jährlich allein in Deutschland als Accessoire für das weihnachtliche Wohnzimmer gefällt. Christbäume haben in der Regel eine traurige Geschichte: Sie wachsen bis zu vier Jahre zu einem schönen Baum heran, zum Weihnachtsfest werden sie dann abgesägt und stehen nur noch für etwa zwei Wochen in den Wohnzimmern. Spätestens im neuen Jahr werden ihre vertrockneten Überreste dann auf den Müll geworfen. Eigentlich könnten viele der Tannen, die zu Weihnachten in die Wohnungen gebracht werden, bis zu 100 Jahre alt werden – eigentlich...

Zwar werden viele Weihnachtsbäume speziell zu diesem Anlass in eigenen Baumplantagen gezüchtet, jedoch ist ihr Anbau und Verkauf in vielen Fällen alles andere als umweltfreundlich. Viele unserer Christbäume haben weite Transportwege hinter sich. In der Weihnachtsbaumindustrie werden zudem besonders viele Insektizide gegen bestimmte Käfer und Läuse sowie Unkrautbekämpfungsmittel gegen andere Gewächse eingesetzt. Diese sind hochgiftig und zerstören die Umwelt nachhaltig. Weiterhin werden die Tannen stark gedüngt, damit sie gleichmäßig wachsen und ihre Nadeln eine kräftige Färbung haben. Viele Düngemittel belasten die Böden.

Aber nicht nur der achtlose Umgang mit Bäumen gibt Grund zur Sorge: Für eine Vielzahl Menschen gehört zu Weihnachten ein Gänsebraten auf den Tisch. Allein in Deutschland landen an Weihnachten etwa zehn Millionen Gänse auf den Tellern. Die große Mehrheit dieser Tiere stammt aus der Massentierhaltung und wird unter großen Qualen gehalten und geschlachtet. Die Tiere werden in kürzester Zeit gemästet, damit sie möglichst viel Fleisch auf die Waage bringen. Nicht selten werden Vögel heutzutage an Maschinen zwangsweise ernährt, manchmal bei lebendigem Leib gerupft. Enten und Truthähnen, die zu Weihnachten auf den Tellern landen, ergeht es dabei nicht besser.

Doch das alles muss nicht sein: Es gibt anerkannt ökologische Weihnachtsbaumkulturen. Sie verzichten auf mineralische Düngung und jeglichen Pestizideinsatz. Diese wurden von Robinwood.de übersichtlich aufgelistet. Wer eine solche Verkaufsstelle nicht in direkter Nähe hat, kann beim örtlichen Forstbetrieb nachfragen. Alternativ ist eine Rückkehr zum christlichen Gabenbaum zu empfehlen. Der besteht aus Laubbaumgeäst und kann deshalb leicht im eigenen Garten abgeschnitten werden.
An Weihnachten lässt sich auch mit gutem Gewissen schlemmen. Weihnachtsmenue.de bietet nicht nur Rezepte für verschiedene Fleisch- & Fischmenüs zu Weihnachten sondern auch Bio-Menüs und vegetarische Gerichte für die Festtage.

In diesem Sinne: Schöne (grüne) Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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Gut verpackt, ist gut für Alle

Geschrieben von: Timo Kurth Mittwoch, den 03. Dezember 2014 um 14:25 Uhr

Eine Kunststofftüte wird im Durchschnitt 25 Minuten lang benutzt, braucht aber viele Jahre um von der Natur natürlich zersetzt zu werden. Bis zu 450 Jahre benötigen eine Kunststoffflasche oder eine Wegwerfwindel, bis sie sich „aufgelöst" haben.

Plastik schadet der Umwelt deswegen immens. Während die Menschen sich um vermeintlich wichtigere Probleme kümmern, schwimmt ein etwa drei Millionen Tonnen schwerer „Müllstrudel" mit der Größe Mitteleuropas zwischen Kalifornien und Hawaii im Pazifik umher. „Müllkontinente" wie dieser sind leider kein Einzelfall in unseren Ozeanen und statt zu schrumpfen wachsen sie unaufhörlich. Sie bestehen hauptsächlich aus Plastikmüll, Plastikverpackungen und Plastiktüten.

Außerdem wird Plastikkunstoff u.a. aus Erdöl produziert, einer endlichen Ressource, die für uns Menschen wichtige Energie liefert, die wir dementsprechend für wichtige Projekte verwenden (sollten). Verpackungen schaden uns und unserer Umwelt - das ist mittlerweile allgemein bekannt. Trotzdem wird die Problematik von der Gesellschaft meist gekonnt ignoriert. Obwohl Stofftaschen wahrlich keine radikale Umstellung für den bequemlichen Wohlstandsbürger darstellen, hat sich der „Jutebeutel" noch nicht durchgesetzt. Warum nicht, weiß bei genaueren Nachfragen eigentlich niemand.

Einen ersten Schritt macht jetzt ein neuer Supermarkt „Orginal Unverpackt" (original-unverpackt.de) in Berlin. Der Laden ist keine weitere Option zu Aldi, REWE oder Biocompany. „Orginal Unverpackt" ist eine echte Alternative. Hier kauft es sich anders ein: Alle Waren werden vollkommen unverpackt angeboten. Wie das funktionieren soll? Ganz einfach: Die Lebensmittel werden in so genannten Bulk Bins, großen Universalbehältern, aufbewahrt und können mit einfachsten Mitteln in selbst mitgebrachte Behältnisse umgefüllt werden. Sieht so das Einkaufen von morgen aus? Für unseren Planeten lässt sich das nur hoffen.

Dass ein Leben ohne Plastikmüll ohne große Einschränkungen funktionieren kann, beweist auch diese junge Frau aus den USA sehr eindrucksvoll. (hier klicken)

 

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Weltdekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung endet

Donnerstag, den 23. Oktober 2014 um 09:05 Uhr

„Wir haben viel erreicht, es bleibt aber noch viel zu tun." Mit diesen Worten eröffnet Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Nationale Konferenz zum Abschluss der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" am 29. und 30. September im World Conference Center in Bonn. Oft und gerne wird dieser Satz von Politikern im Zusammenhang mit nachhaltiger ökologischer Entwicklung verwendet. Denn es ist ein guter Satz für die Öffentlichkeit. Er profiliert zum einen die eigene Arbeit der vergangenen Jahrzehnte und gibt gleichzeitig vor, dass man in naher Zukunft trotz bisheriger Erfolge nicht untätig sein wird. Er schützt vor Nachfragen.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hatte die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung (Education for Sustainable Development) erklärt. Das übergreifende Ziel lautete dabei in allen Mitgliedsstaaten die Integration von Werten und Prinzipien nachhaltiger Entwicklung in alle Bildungsbereiche weltweit voranzutreiben. Am 30. September endete die Dekade nun. „Nachhaltig" ist in der beschlossenen Agenda 21 als eine Politik definiert, die Umwelt- und Entwicklungsinteressen zusammenführt und einen Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielsetzungen gewährleisten kann. Als Kernproblem benannte die Volksversammlung die Gefährdung unserer Lebensgrundlage.

Die Umsetzung sieht in der Realität meist wie folgt aus: Schulprojekte rund um Dosenpfand, Fördergelder für biologisches Mensaessen, und den Klimawandel im Erdkunde-Lehrplan. Obwohl diese Leistungen nicht zu untermauern sind, sollten Politiker womöglich trotzdem über neue Konzepte nachdenken, um Umweltbewusstsein und ein Grundverständnis für Nachhaltigkeit zu sorgen.
Dennis Meadows, Mitglied des Club of Rome und Mitverfasser der Umweltbibel „Grenzen des Wachstums", erklärte 2012, dass der Kollaps noch in diesem Jahrhundert kommen kann bzw. sogar kommen muss. Politiker stehen also weiterhin unter Druck. Nicht nur deutsche Politiker sind gefragt. Lokale Gruppen können lokale Probleme selbständig angehen. Sie können die Luft in Frankfurt sauberer machen, ohne darauf warten zu müssen, dass in Peking das Gleiche geschieht. Globale Probleme aber können nur durch globale Kooperation gelöst werden.

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